Bouldern

Manch einer mag mit dem Begriff des Boulderns nichts anfangen können. Ich möchte ihn hier kurz und knapp erklären.
Es ist schlicht sicherungsfreies Klettern in Absprunghöhe. Dabei kommen im Wesentlichen neben dem eigenen Körper drei Dinge zum Einsatz:
• Kletterschuhe, bei dieser Spielart des Kletterns meistens im Bereich von eng bis Aua-eng.
• Magnesiumcarbonat = das Lügenpulver; kurz Magnesia, Maggi oder Chalk, um die Hände vom Angstschweiß zu befreien.
• Chrashpad, eine Matte um darauf zu landen, damit man sich nicht alle, sondern nur die unwichtigsten Knochen im Leib bricht, wenn man aus 5m Höhe angesegelt kommt. Bei den ersten Boulderpionieren war das eigentlich ein Stück Teppich auf dem man sich die Füße abgetreten hat.
Desweiteren können bei besonders horizontalen oder hohen Boulderpassagen sogenannte „Spotter“ hilfreich sein. Nein, das sind keine Schadenfreudigen, die einen bei Versagen auslachen, sondern Bereitwillige, die einen beim Abflug in Richtung Crashpad schubsen, damit dieses seine Wirkung entfalten kann. Natürlich sind diese auch sehr praktisch, um anschließend die Gründe für Erfolg oder meistens den Misserfolg zu diskutieren oder sich einfach ein bisschen auszuheulen. Also ein bisschen wie bei den fünf Leuten die man braucht, um eine Glühbirne in ihre Fassung zu drehen.
Das waren meines Erachtens die grundlegenden Fakten, dazu kommen die, wie auch beim Sportklettern, coolen Nebensächlichkeiten, wie:
• Videos auf Vimeo und Youtube, die den Akt wiedergeben
• ein Social Network, hier 8a.nu auf dem man seine Erfolge präsentieren kann
• Trainingsmöglichkeiten en masse
• eine nette, anregende Gemeinschaft von anderen Boulderern
• Boulderhallen in allen Größen
• und natürlich zahlreiche Boulderführer in gedruckter Form und online.
• belustigende, aber teilweise auch sehr ernstzunehmende Streitigkeiten auf diversen Plattformen des Internets

Die beiden wichtigsten Punkte möchte ich ganz am Ende nennen:
• die Freude an der Athletik und technisch anspruchsvollen Körperbewegungen und ein damit einhergehender hübsch anzusehender Muskelaufbau mit all seinen Vorzügen und Tücken
• das Naturerlebnis der besonderen Art, da man, anstatt an den schönen und z.T. sehr versteckten Orten vorbeizugehen, sie zu entdecken sucht, um eine Zeit dort zu verweilen, dort zu leiden und sich zu laben, dort zu wachsen an den Problemen, die einem so geboten werden und auch so manche Spur zu hinterlassen für andere die nachfolgen, ohne aber der Natur größeren Schaden zu bescheren.

Das ist für mich Bouldern.

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