Kasachstan III

Wir landeten gegen 05:30 Uhr auf dem Flughafen von Almaty und mussten dort noch ca. eineinhalb Stunden verbringen, um tatsächlich kasachischen Boden betreten zu dürfen. Meine Freundin war wieder mal überrascht, wie unkompliziert mein Visum durch alle Kontrollen lief. Andere Passagiere mussten unverständliche, kleine Zettelchen ausfüllen, ich hingegen ging zum Schalter, brachte ein müdes und unerwidertes „здравствуйте“ hervor, wurde mit meinem Pass per Kamera abgeglichen – wobei jeglicher persönlicher Kontakt vermieden wurde – um mich dann mit einem kurzen, gelangweilten Blick in die Freiheit zu entlassen.
Die Eltern meiner Freundin warteten schon eine ganz Weile am Flughafen auf uns, begrüßten uns herzlich und fuhren uns dann durch den morgendlichen Stadtverkehr, der die typisch östliche Ordnung in der Unordnung aufwies, zu unserer geräumigen Bleibe, welche einen wunderschönen Blick auf die Berge zulässt.

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Wir gingen eigentlich sofort ins Bett und schliefen erst einmal bis 13 Uhr. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir mit den Skates durch die Stadt zur elterlichen Wohnung meiner Freundin. Wiederum wurden wir aufs freundlichste empfangen, diesmal auch von ihrer Tante, Cousine und ihrem Bruder. Es folgte ein ausgiebiges und sehr schmackhaftes Essen, mit leckeren Vorspeisen und dem kasachischen Nationalgericht, was sich seit seiner Einführung in der Nomadenzeit wohl kaum geändert haben soll (bis auf die Kartoffeln). Es nennt sich „бешбармак“, ausgesprochen Beschbarmak und zu deutsch „Fünf Finger“. Der Name rührt daher, dass man es mit allen fünf Fingern ißt, was auch heute noch, aber nur bei diesem Gericht, erlaubt ist. Die Zutaten sind übersichtlich. Ein extrem dünner, großer Teigfladen, einem Eierkuchen ähnlich, wird in einer Fleischbrühe kurz eingelegt bis er weich ist, danach legt man ihn abgeseiht auf einen großen flachen Teller und es kommt gekochtes Pferde- und Lammfleisch, aus dem die Brühe hergestellt wurde, dazu. Darüber wird eine Brühe aus Knoblauch und Zwiebeln gegossen und ein paar Kartoffeln hinzugelegt. Generell kann man sagen, dass die Speisen entgegen der europäischen Gewürzverliebtheit mit Salz und Pfeffer auskommen. Dadurch schmecken sie aber wesentlich ursprünglicher und vorallem das Fleisch behält seinen eigentlichen Geschmack bei.
Es wurde jede Menge Obst zu allen Mahlzeiten gereicht und was soll ich dazu sagen? Man hat als Mitteleuropäer einfach noch kein Obst gegessen! Der Gehalt an Fruchtzucker ist gewaltig und der Geschmack… unbeschreiblich! Was auch immer man ist, Aprikosen, Weintrauben, Melonen, Pfirsiche, es schmeckt einfach perfekt gereift. Es gibt auch ein paar Exemplare die anders schmecken, aber ansonsten ist das schon eine Reise wert.
An meine Mutter:
Ich habe leider vergessen das Essen zu fotografieren. Na ja, vielleicht klappt es ein anderes Mal.

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