Ruderer,

Kinder treiben stromabwärts, unbeholfen, im Ungeschick verhaken sich ihre Paddel, auf den Überresten einer Mauer, die Pappeln haben ihre Wurzeln darübergeworfen, sitzt ein Mädchen. Ich habe einen Ring in einer Schachtel gefunden, das Kupfer hat sich des Messings bemächtigt, mit seinem stumpfen Klang, Ornamente verschwinden im braunen Dickicht. In der Silberfassung ist ein Name eingraviert, Ziffern, ein Gesicht taucht an der Oberfläche auf.
Die Kasse schreit nach Papier, Auf Wiedersehen. Ich nestle unnötig an meiner Tasche herum, sie blickt zu mir herüber, hat wohl einen Kopfhörer im Ohr, Kaffee? Ja, warum nicht. Zu leicht, die zarte Italienerin, das hübsche Ding, treibt den letzten Nagel in meinen Sarg. Etwas stromaufwärts, da steht ein alter Kran, in seinem Schatten ein Angler, wie ein Jäger stapft er die Böschung und einen verfallenen Kai hinauf, entfernt sich. Bald darauf höre ich sie beide schluchzen, der Wind trägt das Geräusch heran. Ich lausche eine Weile, dann wieder flussabwärts.
Das rote Rad, am Baum gelehnt, ist fort, der Angler steht breitbeinig am Ufer. He da! Wirf deine Rute aus, sie wird dort wohl irgendwo sein.
Das Rasseln des Kühlschranks setzt ein und der Wind trägt ein Schluchzen heran. 

aus Reise ohne Wiederkehr

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