Wer malt denn

Herzchen auf Löffel?!

Damals wurde ich abgewiesen, zweimal. Zum Schluß hantierte sie sogar mit ihrem Kalender, um mir die Aussichtslosigkeit ihrer Lage als Bäckerin zu verdeutlichen, über der Ladentheke zog Nebel auf.
Der Kalender blieb ungeblättert.
Coup de grâce.

„Ich habe einen kleinen Sohn zuhause…
…und wenig Zeit.“

Wenn eine Frau „Warum“ fragt, heißt das „Nein“. Das hatte mir Andreas mal erzählt.

Ein Sommerkleid mit Muster saß auf der Treppe und rauchte. Stadtteilfest und der Laden geschlossen. Auf einem Biertisch war eine Theke eingerichtet worden, daneben der Kühlschrank mit einem einzigen, übriggebliebenen Plastebecher; jämmerlicher Inhalt mit Erdbeeren, welcher hätte eine Torte werden können, lieblos aufgespießt mit einem Holzlöffel. Aufgrund erschöpfter Schlagfertigkeit, hatte mein ganzes Pulver unter Freunden in der neuen Kletterhalle verschossen, ließ ich trotz Unbehagen den Kauf geschehen. Es war nicht transportfähig. Wurde mit Silberfolie behoben. Dafür trug sie das unwürdige Gebilde hinauf in den Laden und kehrte bald zurück. Dann Übergabe, beiderseitig kurzes Lächeln, Abschied.
Erst in meiner Rundsitzgruppe (Wie war doch gleich ihr Name?) mit Blick auf den Interimshalt der Buslinie nach Nickern und Mockritz, bemerke ich beim Verzehr das kleine Herz, mit rotem Filzstift gemalt, auf dem Ende des Löffelstiels.   

aus Reise ohne Wiederkehr

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