Cause

they told me everybody’s got to pay their dues
  And I explained that I had overpaid them.
So overdued I went to the company store
  And the clerk there said that they had just been invaded.
So I set sail in a teardrop
  And escaped beneath the doorsill.
Cause the smell of her perfume
  echoes in my had still.

– aus Cause, Rodriguez

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Die Zeit

war angehalten. In dieser anmutigen Anordnung von Echos, Licht und farbigen tanzenden Schatten lag eine souveräne und flüchtige Perfektion und eine Musik, die ich wiedererkannte. Die Leier von Orpheus oder die Flöte von Krishna. Die dann ertönt, wenn die Welt in ihrer ursprünglichen Transparenz und Einfachheit erscheint. Wer sie auch nur einmal gehört hat, wird nie mehr davon genesen.

– aus Der Skorpionsfisch, Nicolas Bouvier

Wer malt denn

Herzchen auf Löffel?!

Damals wurde ich abgewiesen, zweimal. Zum Schluß hantierte sie sogar mit ihrem Kalender, um mir die Aussichtslosigkeit ihrer Lage als Bäckerin zu verdeutlichen, über der Ladentheke zog Nebel auf.
Der Kalender blieb ungeblättert.
Coup de grâce.

„Ich habe einen kleinen Sohn zuhause…
…und wenig Zeit.“

Wenn eine Frau „Warum“ fragt, heißt das „Nein“. Das hatte mir Andreas mal erzählt.

Ein Sommerkleid mit Muster saß auf der Treppe und rauchte. Stadtteilfest und der Laden geschlossen. Auf einem Biertisch war eine Theke eingerichtet worden, daneben der Kühlschrank mit einem einzigen, übriggebliebenen Plastebecher; jämmerlicher Inhalt mit Erdbeeren, welcher hätte eine Torte werden können, lieblos aufgespießt mit einem Holzlöffel. Aufgrund erschöpfter Schlagfertigkeit, hatte mein ganzes Pulver unter Freunden in der neuen Kletterhalle verschossen, ließ ich trotz Unbehagen den Kauf geschehen. Es war nicht transportfähig. Wurde mit Silberfolie behoben. Dafür trug sie das unwürdige Gebilde hinauf in den Laden und kehrte bald zurück. Dann Übergabe, beiderseitig kurzes Lächeln, Abschied.
Erst in meiner Rundsitzgruppe (Wie war doch gleich ihr Name?) mit Blick auf den Interimshalt der Buslinie nach Nickern und Mockritz, bemerke ich beim Verzehr das kleine Herz, mit rotem Filzstift gemalt, auf dem Ende des Löffelstiels.   

aus Reise ohne Wiederkehr

Ein rotes Kissen,

Wimpern zum Tauben verjagen, IBIS und Kuchen – zuviel Zitronat – und Kaffee – zuviel Sachsen.
Wir halten noch leichte Konversation, ein halber Faden unter Sonnenschirmkante. Wolken ziehen auf und ab und mit ihnen der Regen.
Zwei ältere Damen fingern an wenig altersgerechten Laschen ihrer Kaffeesahnen, ihr Begleiter, vielleicht Ehemann und Schwager, wischt sich mühelos durch Facebook.
Während sie weiter ausführt, ergehe ich mich, hoffentlich unbemerkt, in Betrachtungen ihres Gesichts, hier herrschen die Augen. Versprechen, welche nicht gehalten werden können. Ich muss andauernd den Rest, das nicht zu schmal geratene, zart rosige Lippenpaar, das Kinn mit der Punktnarbe und den feinen, hochwangigen Schnitt ihrer Züge zu Hilfe nehmen, um mich ihrer Arglosigkeit zu versichern.
Unser Gespräch wird sich noch verfinstern, an Leichtigkeit verlieren. Dann werden die Antworten länger, erarbeitete Konsense neu verhandelt.
Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, was ich ihr eigentlich mitteilen will.
Kaufe jemandem zwei Elefanten ab, einer ist ganz durchlöchert, auch oben, Helikoptersafari. Ihn behalte ich.
Später einen Wäscheständer, einen Handfeger, Geschirrtücher und Kleiderbügel, schwarz und breit, angeschafft.

aus Reise ohne Wiederkehr